Picturepark-Geschichte und Schweizer Kultur

Die Geschichte von Picturepark ist tief verwurzelt in der Schweizer Kultur. Finden Sie heraus, wie „Swissness“ praktisch jeden Aspekt des Unternehmens, seiner Produkte und seiner Philosophie geprägt hat.

Bevor Picturepark DAM, Vision Information Transaction (VIT – die Muttergesellschaft von Picturepark) oder generell Digital Asset Management (DAM) überhaupt auf den Plan traten, hatte der Gründer Bruno Jehle die Vision, kostengünstige und dennoch hochwertige Services für Künstler zu bieten.

Jehle startete im Jahre 1978 eine Kooperative für Druck und Reproduktion und bot diese Dienstleistungen bis in die frühen 90er-Jahre hinein internationalen Künstlern und prominenten Organisationen der Schweiz an.

Damit Kunden Dateien auf elektronischem Wege senden und empfangen konnten, begann Jehle im Jahre 1995, den Zugang zum Internet anzubieten. Damit erreichte das Unternehmen zwar sein kurzfristiges Ziel, komfortablen und effizienten Dateitransfer zu ermöglichen. Jehle erkannte jedoch, dass das Teilen von  Inhalten weitaus größeres Potenzial hatte – zwischen Millionen von Nutzern gleichzeitig, ohne Limits und Grenzen jeder Art.

Zu dieser Zeit gab es nur eine Handvoll von Programmen für Digital Asset Management, und alle teilten die gleiche Beschränkung: Sie waren entwickelt für die Nutzung durch einen einzelnen Nutzer oder in einer geschlossenen Arbeitsgruppe in einem Local Area Network (LAN). Außerdem erforderten sie proprietäre Software, die nicht auf allen Computerplattformen einsetzbar war.

Während diese frühen Anbieter von DAM-Software versuchten, Dateien zuverlässig zwischen Computern im gleichen Büro zu verschieben, konzentrierte sich Jehle darauf, ganz allgemein das Teilen von Inhalten zwischen Menschen zu ermöglichen – gleichgültig, wo in der Welt sie sich aufhielten, welche Sprache und Kultur sie hatten und unabhängig davon, welche Computersysteme sie einsetzten.

In Zusammenarbeit mit dem führenden Schweizer Logistikunternehmen Swisslog begann Jehle im Jahr 1997, ein zentrales Speicherangebot für digitale Assets zu entwickeln. Dieses Angebot war von überall her zugänglich und erforderte nicht mehr als einen Webbrowser. Ein Jahr später stand die Picturepark-Software zur Verfügung.

Bereitgestellt über Rechenzentren in der Schweiz verkörpert Picturepark förmlich die Philosophie eines zentralen Speichers, auf den von überall her zugegriffen werden kann. Obwohl der Begriff „Cloud Computing“ erst viele Jahre später aufkam, war Picturepark tatsächlich das weltweit erste Cloud-basierte DAM-System.

Jehle erläutert die Zielsetzung von Picturepark.

Information ist der wahre Wert, aber dieser Wert erwächst nur aus der Nutzung dieser Information – der Transaktion. Nur Inhalte, die geteilt werden, haben einen Wert für diese Welt.Bruno Jehle, Founder & Chairman

„Wir gehen in Parks, um uns an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen – Dingen, die lebendig sind“, erklärt Jehle. „Im Gegensatz dazu basiert IT auf mathematischen Funktionen und neigt zu Workflows, die uns eher hemmen als fördern. Von Beginn an wollten wir, dass Picturepark ein Ort ist, wo die verschiedenen Lebenszyklen von Informationen berücksichtigt werden. So konzentrierten wir uns auf Werkzeuge, mit denen die Prozesse rund um digitale Assets mit weniger Einschränkungen kontrolliert, gesteuert und verwaltet werden können.“

Einige Jahre später, im Jahre 2000, gründeten Jehle und seine Partnerin Matina Hämmerli Vision Information Transaction (VIT). Das Unternehmen sollte Services in den Bereichen Metadaten und Medien-Standardisierungen anbieten, und es sollte die Heimat von Picturepark werden.

Der Name des Unternehmens wurde mit Bedacht gewählt. Jehle hatte erkannt, dass der Wert visueller und informativer Inhalte nicht aus seiner Produktion oder bloßen Existenz erwächst, sondern aus der Nutzung und dem Austausch mit anderen.

„Bloße Technologie ohne eine kulturelle oder gesellschaftliche Vision ist nicht interessant“, sagt Jehle. „Information ist der wahre Wert, aber dieser Wert erwächst nur aus der Nutzung dieser Information – der Transaktion. Nur Inhalte, die geteilt werden, haben einen Wert für diese Welt“.

Picturepark heute

Mit Hauptsitz in Aarau in der Schweiz, in der Nähe der Ufer der schönen (und langen) Aare, konzentriert sich VIT heute ausschließlich auf Picturepark DAM-Software. VIT bleibt die juristische Konstruktion nach Schweizer Recht, welcher die Marke Picturepark gehört – das Unternehmen und das Produkt sind aber zunehmend einfach als Picturepark bekannt.

Neben dem Hauptsitz von Picturepark in der Schweiz – hier sind Forschung und Entwicklung, IT, die Verwaltung sowie Services und Support angesiedelt – unterhält Picturepark für Vertrieb und Kundenservice Niederlassungen in San Francisco, Hyderabad in Südindien sowie bei Wien. Das globale Marketing und die lokale Kundenunterstützung sind gemeinsame Aufgaben von Picturepark und den Mitgliedern seines weltweiten Partnernetzwerks.

Bei einem Schweizer Unternehmen nicht überraschend ist die internationale Vielfalt der Belegschaft – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stammen aus Deutschland, der Tschechischen Republik, Österreich, Mexiko, Polen, Australien, den Vereinigten Staaten, Indien und, natürlich, der Schweiz.

Picturepark und das Schweizer System für Berufsausbildung

Picturepark ist tief verwurzelt mit dem erfolgreichen Schweizer System für die Berufsausbildung und berufliche Bildung, in dem Werkstudenten theoretisches Wissen und praktische Erfahrung erwerben können (Überblick des Programms im PDF-Format). Dieses Modell hat dazu beigetragen, dass die Schweiz als führend in Sachen Präzision weltweite Anerkennung genießt.

Viele der heute langjährigen Mitarbeiter sind im Rahmen dieses Programms zu VIT gekommen und haben sich entschieden, nach Abschluss der Ausbildung im Unternehmen zu bleiben.

Urs Brogle, Entwickler bei Picturepark und jetzt 33 Jahre alt, hat mehr als die Hälfte seines Lebens für VIT gearbeitet. Dominik Brunner ist gerade 16 Jahre alt und arbeitet im Picturepark Serviceteam mit, während er eine Ausbildung zum Mediamatiker absolviert. Dabei handelt es sich um ein einzigartiges Berufsbild, dass die Berufe Informatiker und Kaufmann verknüpft und Fähigkeiten in den Bereichen Informatik, Marketing, Multimedia, Projektmanagement und Administration vermittelt, alles mit einem Schwerpunkt auf neue Medien.

Auch Jasmin Schmidli begann ihre Karriere bei VIT als Auszubildende.

„Die Atmosphäre hier ist von der Unterstützung der Mitarbeiter geprägt, das macht das Unternehmen zu einem tollen Platz für Auszubildende, um Erfahrung und Selbstvertrauen zu gewinnen“, sagt sie. „Ich habe mich hier immer gut aufgehoben gefühlt, und das ist wichtig, wenn man noch lernt und sich einfach noch nicht sicher fühlt.“

Jasmin organisiert heute die alltäglichen Abläufe im Produktmanagement von Picturepark.

Olivia Schütt kam im Jahre 2006 als Trainee zu  VIT. Sie kommt aus Deutschland und war sich anfangs unsicher, ob sie eine Zukunft in der Schweiz hat.

„Ich konnte nicht wirklich Berufserfahrung vorweisen, als ich hierher kam“, gesteht sie. „Aber Bruno [Jehle] war ein wunderbarer Mentor für mich. Er lehrte mich so viel – nicht nur im Business, sondern auch, was ein Unternehmen der Welt bieten kann und sollte. Das ist der Grund, warum ich solange bei Picturepark bin“.

Olivia arbeitet heute als Senior Solution Consultant mit Kunden und Mitgliedern des Partnernetzwerks von Picturepark. Sie ist verantwortlich für die Konfiguration und den Einsatz von einigen der erfolgreichsten Picturepark-Installationen weltweit.

„Ich freue mich, dass wir Auszubildenden die Möglichkeit bieten können, praktische Erfahrung in einem international tätigen Unternehmen sammeln zu können“,  erläutert Picturepark-CEO Ramon Forster. „Für uns sind sie eine wichtige Quelle der Inspiration – sie helfen uns, Software, das Leben und alles andere immer wieder aus neuen Blickwinkeln zu sehen. Sie lassen uns ständig darüber nachdenken, was als nächstes wichtig wird.“

Der Einfluss der Schweizer Kultur

Picturepark DAM ist „Swiss Made“, und das Unternehmen weist gern auf diesen Aspekt hin. In der ganzen Welt steht „Swiss Made“ für Qualität – für die Schweizer selbst bedeutet es aber viel mehr, wie Forster erläutert.

Wir wollen einfach großartige Produkte entwickeln, die das Leben ihrer Nutzer vereinfachen – nicht mehr und nicht weniger.Ramon Forster, CEO

„Der Begriff „Schweizer Kultur“ ist kein Synonym für die Eroberung der Welt oder generell für aggressive Taktiken jeder Art“, sagt Forster.

Jehle fügt hinzu: „Ein Schweizer Handwerker ist lieber für die Qualität seiner Arbeit als für die Lautstärke seiner Stimme bekannt. Wir sind nie der lauteste, der größte oder der sichtbarste. Wir möchten einfach etwas besser machen als es vorher war, und allein die Idee, dass wir etwas verbessern könnten, treibt uns an. Wenn Sie gute Qualität liefern, werden Sie respektiert – das ist unsere Tradition.“