Die Bedeutung von Synonymen in Content-Systemen

Dies ist die erste einer dreiteiligen Miniserie, in denen Vorteile, Nutzung und potenzielle Gefahren von Synonymen in Content Systemen beschrieben werden.

Die Nuancen einer Sprache machen die jeweilige Sprache einerseits schön und interessant, andererseits aber auch schwer erlernbar und schwieriger zu übersetzen – speziell für Maschinen. Ein Grund dafür ist, dass verschiedene Wörter je nach Gebrauch oder Intention das Gleiche bedeuten können.

So können Sie ein Automobil, ein Cabrio, ein Coupé, eine Limousine, einen Geländewagen oder einen „alten Karren“ fahren. Aber fahren Sie nicht einfach nur ein Auto?

Book cover for Metadata for Content Management by David DiamondMetadata for Content Management

Sie lesen gerade einen Auszug aus dem Buch Metadata for Content Management von David Diamond. Weitere Auszüge werden von Zeit zu Zeit hier publiziert werden. Das ganze Buch können Sie über Amazon erwerben.

Wenn wir uns an eine Sprache – ihre Standardform, ihre Umgangssprache und ihre Redewendungen – gewöhnt haben, dann leiten wir vom gleichen Begriff verschiedene Bedeutungen ab, die sehr unterschiedlich sein können. Wenn Ihnen jemand etwa sagt, „ich trage heute Abend eine Fliege“, dann stellen Sie sich die Person sofort in Frack oder Smoking vor. Sie werden kaum daran denken, dass sich Ihr Gegenüber zu später Stunde aufopferungsvoll um ein Insekt kümmert.

Content Management-Systeme gehen nicht auf Bälle und kennen sich nicht mit Abendgarderobe aus – ohne Ihre Hilfe können sie den Kontext nicht ableiten. Stattdessen akzeptieren sie die Begriffe, die Sie ihnen geben, und sie verlassen sich bei der Kommunikation mit Nutzern auf diese Begriffe.

Deshalb ist die sorgfältige und strategische Verwendung von Synonymen so wichtig.

Es ist einfach, uns den verschiedenen Sprachen bewusst zu werden, die in unserer Umgebung genutzt werden. Wenn wir eine Sprache hören, die wir nicht sprechen, merken wir sofort, dass etwas anders ist. Im Gegensatz dazu werden wir das kaum bemerken, wenn es sich um Sprachen handelt, die wir verstehen.

Wir können von einem Menschen, der kaum Deutsch spricht, kaum erwarten, dass er versteht, was wir meinen, wenn wir „Fliege“ sagen. Wir können aber davon ausgehen, dass Personen, die fließend Deutsch sprechen, die Bedeutung verstehen.

Aber auch in ein und derselben Sprache gibt es Sprachbarrieren. Was in Deutschland Kartoffel heißt, wird in Österreich als „Erdapfel“ bezeichnet. Und je nach dem, wo Sie leben, heißen Frikadellen entweder Buletten, FleischpflanzerIn oder gar „faschierte Laibchen“.

Selbst in der gleichen Sprache, am gleichen Ort und mit der gleichen Person kann es Unschärfen in der Kommunikation geben. Eine Person könnte fragen, ob es einen Stuhl gibt, auf dem sie sitzen kann, und Sie zeigen auf einen Hocker, eine Couch, ein Sofa, eine Bank oder was sonst gerade verfügbar ist. Obwohl klar nach einem Stuhl gefragt wurde, folgern Sie, dass es das Ziel Ihres Gesprächspartners ist, einfach zu sitzen.

Ein Content-System, das ohne Augenmerk auf Synonyme konfiguriert wurde, hätte diesen armen Menschen für immer stehen lassen. Ein versierter Benutzer aber hätte die Anforderung noch einmal verifizieren können: „Ok, wie wäre es mit einem Hocker oder einem Sofa?“

Aber das ist ein Spiel, das niemand gerne mit Computern spielt. Synonyme können Ihre Benutzer davon entlasten – und sie werden das sehr schätzen.

Aber die Vorteile gehen noch weiter. ♦

Auch in dieser Serie:

Dieser Auszug aus dem Buch Metadata for Content Management wird mit Genehmigung seines Autors David Diamond veröffentlicht, dessen Urheberrecht davon nicht berührt wird. Weitere Auszüge werden von Zeit zu Zeit im DAM Innovation-Blog von Picturepark veröffentlicht werden. Das Buch ist über Amazon erhältlich.